Westerwaldsteine – Bunte Funde aus dem Forst

„Guck mal was ich gefunden habe!“ quietscht mir meine Freundin schon von weitem ekstatisch entgegen und hält mir einen kleinen Stein mit einem roten Herz unter die Neugiernase.
„Aaah!“ quietsche ich nicht minder ekstatisch zurück „davon hab‘ ich im Internet gelesen!“
„Ähm, wie jetzt – du hast gelesen, dass ich ’nen Stein gefunden habe?!“
„Nee…von diesen bemalten Steinen. Dreh‘ mal rum, da müsste was drauf stehen!“.

Und siehe da – auf der Rückseite des steinernden Fundstücks findet sich die bemerkenswert filigrane Aufschrift

#paintarockhidearockday
24. Juli 2019
#westerwaldsteine

In der Tat bin ich erst kürzlich im den Weiten des Internetzes auf diesen charmanten Trend gestoßen, hübsch bemalte Steine irgendwo an mehr oder weniger zugänglichen Stellen „auszusetzen“ und damit den verdutzten Findern ein Lächeln in die Mundwinkel zu zaubern.

Und damit am Ende eine ganze Lächel-Kette aus den Steinchen wird, wird auf der Rückseite vom Maler ein entsprechender Hashtag gepinselt und – falls genug Platz ist – die Anleitung, das Fundstück in der behashtagten Facebookgruppe zu posten und es an einer anderen Stelle in der Natur wieder zu drapieren. Man darf seinen Fundstein wohl auch behalten, dann muss man aber einen neuen bemalen und ebenfalls auswildern. Soweit ich das zurückverfolgen kann, hat das Ganze wohl mit den sog. „Elbstones“ angefangen und dann wohl recht flott weite Steinkreise gezogen.

Klingt zwar irgendwie unnötig und vielleicht auf den ersten Blick auch ein bisschen albern oder kindisch – ist aber trotzdem eine ganz zauberhafte Idee, die wenig kostet, sicherlich Spaß und fremden Findern eine Freude macht und am Ende zahlreiche Menschen in Vergnügen verbindet. Also insgesamt durchaus ein Trend nach meinem Geschmack.

Entzückt, aber auch leicht angemüffelt (Manno! ICH hätte den Stein voll gerne selber gefunden!) schlendern wir tiefer in den Forst, als ich an einer bemoosten Waldwurzel plötzlich einem weiteren Herzstein angesichtig werde. „Ich hab‘ auch einen!“ quietsche ich abermals und recke meinen Fund in die Luft. Jetzt ist meine kleine Welt wieder in Ordnung, jetzt hab‘ ich auch ein Steinchen.
Da bin ich ja manchmal ganz und gar Kleinkind.

Für den Rest des Spaziergangs zeigen wir uns ständig gegenseitig glückselig unsere Herzchensteine und freuen uns kinderkopfgroße Löcher in den Wanst. Und nehmen uns ganz feste vor, die Objekte unserer Entzückung ganz bald an einer ebenso hübschen Stelle wieder auszusetzen.
Oder selbst einen Stein zu bemalen. Oder beides.

„Unsere“ Herzsteine haben wir übrigens in der Nähe des Wanderparkplatzes Heidegraben Richtung Anhausen (Neuwied) gefunden.
Es könnte also gut sein, dass irgendwo dort in naher Zukunft nochmal ein Herzchen aus irgendeiner Ecke hervorblitzt.
Oder auch ganz woanders. Oder vielleicht auch ein Blümchen. Oder eine Sonne.
Stein und Sein.
Wer weiß das schon?


Komm‘ doch einfach mit zu Doktor Wald!

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